Kälte und Grippaler Infekt (Erkältung)
Gibt es einen Zusammenhang zwischen Kälteeinwirkung und einer Atemweginfektion oder zwischen Kälte und Harnwegsinfektionen?
Dieser Zusammenhang existiert nicht direkt, da Infektionen durch Viren oder Bakterien verursacht werden. Atemweginfektionen werden zu 90% - 95% durch eine Vielzahl unterschiedlicher Viren ausgelöst, nicht selten schließen sich bakterielle Infektionen an.
Die entscheidende Bedingung für das Auftreten dieser Infektionen ist der Kontakt mit Infizierten beim Zusammenleben auf engem Raum. Einflussfaktoren aus der Umwelt sind Schadstoffe aus der Atemluft (wie etwa Tabakrauch), schlechte Lebensbedingungen, Reizüberflutung, nasskaltes Wetter. Auch Übermüdung (Schlafdefizite), Hunger und Kälte können Infektionen begünstigen.
Zur Kälte: Abkühlung der Körperoberfläche löst allein keine Erkältung aus. Mit zunehmender Intensität und Dauer der Kälteeinwirkung muss jedoch mit einer erheblichen Störung der Wärmeregulation gerechnet werden, so dass eine Atemweginfektion begünstigt wird.
Viren können sich bei relativ niedrigen Temperaturen gut vermehren. Schlecht durchblutete und unterkühlte Schleimhäute z.B. der Nase, begünstigen das Angehen und die Vermehrung von Viren, besonders, wenn Allergien im Nasen-Rachen-Raum bestehen.
Im Gegensatz zu Atemweginfektionen spielt der Kälteeinfluss beim Zustandekommen einer Harnweginfektion keine wesentliche Rolle. Die häufigste Ursache sind hier Bakterien, besonders Escherichia coli, die an der Oberfläche fest anheften können.
Unter den individuellen Faktoren, die eine Harnweginfektion begünstigen, sind z.B. Harnabflusstörungen (Restharn), Störungen der Abwehr und Gewebeverletzungen zu nennen.
Das Sitzen auf kalten Steinen, Frieren und jede äußere Kälteeinwirkung einschließlich Schwimmen führen zwar oft zu Harndrang, es ist aber nicht bewiesen, dass dadurch Infektionen begünstigt werden.
Wie kann man sich vor Erkältungen schützen?
Gegen Atemweginfektionen schützt eine gute Wärmeregulation. Diese kann durch folgende Maßnahmen verbessert werden:
Ausreichendes Lüften. Lüften Sie viermal am Tag möglichst fünf Minuten im Durchzug. Wechselduschen und Sauna gewöhnen den Körper an rauhes Klima. Vor kalten Füßen sollten Sie sich hüten. Ein ausgekühlter Körper verengt seine Blutgefäße und verschlechtert die Versorgung der Schleimhäute mit Immunstoffen.
Was Sie sonst noch tun können:
Sport auch im Winter kurbelt die Produktion von Immunstoffen an. Händeschütteln sollten Sie ablehnen, das Telefon von Verschnupften meiden und sich nach dem Anfassen von Türklinken die Hände waschen. Auf Händen, aber auch an den davon angefassten Gegenständen halten sich Erkältungsviren über Tage.
© 2004, Brigitte Paschen
