Sodbrennen - Saures Aufstoßen
Was ist darunter zu verstehen?
Sodbrennen entsteht durch den Rückfluss von saurem Speisebrei aus dem Magen in die Speiseröhre. Es äußert sich als ein Gefühl von Brennen und Hitze, das vom Oberbauch bis in die Halsgrube aufsteigt.
Normalerweise ist die Speiseröhre vor dem Eindringen der Magensäure durch einen Schließmuskel (Kardia) geschützt. Nur bei einer Schwächung des Schließmuskels (Kardiainsuffizienz) gelangt die aggressive Magensäure in die Speiseröhre. Sie kann dort, besonders im Liegen, Brustschmerzen, Atembeschwerden, Husten und Asthma - bei Eindringen bis in die Kehle und den Mund Kehlkopfentzündungen, Rachenbeschwerden und Erbrechen - verursachen.
Gelangt Magensaft in den Mund, spricht man von saurem Aufstoßen. Die Beschwerden verstärken sich durch ein Vornüberbeugen oder Liegen und bessern sich im Sitzen und Stehen. Die Schließmuskelschwäche wird häufig durch Übergewicht, zu fettreiche Nahrung, Alkohol- und Zigarettenmissbrauch sowie zuckerreiche Nahrung verursacht. Auch Stress und stark kohlen-säurehaltige Getränke können Auslöser sein.
Bei einer ausgeprägten Erschlaffung des Schließmuskels können sich Magenanteile in die Brusthöhle verlagern (sog. Zwerchfellbruch). Häufig ist die Speiseröhrenmündung verlagert.
Vorbeugen können Sie, indem Sie mehrere kleine Mahlzeiten am Tag zu sich nehmen, die letzte Mahlzeit 3 bis 4 Stunden vor dem Schlafen einnehmen und nicht völlig flach schlafen. Außerdem sollten Sie hochprozentigen Alkohol, zu fette, üppige oder zu süße Mahlzeiten meiden, übermäßiges Rauchen einstellen und einschnürende Kleidung und Übergewicht vermeiden.
Wann Sie zum Arzt müssen:
Bei Schluckbeschwerden, anhaltendem Sodbrennen, nächtlichen Hustenanfällen ohne erkennbare andere Ursachen und wenn durch Säurehemmer aus der Apotheke keine Besserung eintritt, sollten Sie nicht zögern, einen Arzt aufzusuchen. In vielen Fällen ist eine Behandlung mit verschreibungspflichtigen Medikamenten angezeigt.
Auch eine Operation kann erwogen werden.
Was die Apotheke für sie tun kann:
Bei leichteren oder vorübergehenden Beschwerden können Säurehemmer (Antacida) aus der Apotheke die Beschwerden lindern. Die Wirkung ist häufig kurzfristig, auch sind einige Wechselwirkungen mit der Nahrung und mit anderen Medikamenten zu beachten.
So kann etwa häufiger Gebrauch von Natriumhydrogencarbonat zu Völlegefühl und Aufstoßen führen, außerdem können sich Nierensteine bilden. Als Nebenwirkungen sind bei magnesiumhaltigen Antacida Stuhlerweichung (Durchfall) sowie bei aluminiumhaltigen Antacida Verstopfung zu möglich.
Häufig werden Magnesium-Aluminiumhydroxid-Kombinationen als säureneutralisierende Schutzfilme (Schichtgitter) angewendet, so etwa Hydrotalcid oder Magaldrat.
Die säurebindende Wirkung eines Antacidums, das eine Stunde nach einer Mahlzeit gegeben wurde, hält ungefähr zwei Stunden an.
Abgesehen von der Säurebindung wird den Antacida eine Bindung giftiger Gallensäuren, ein Schleimhautschutz, eine Heilungsförderung und eine günstige Beeinflussung der Infektion mit Helicobacter pylori zugesprochen.
Die Wirkung der säurebildungshemmenden Wirkstoffe (Ranitidin, Famotidin) - der H2 -Blocker - tritt später ein, hält dafür aber auch etwa 6 bis 8 Stunden an.
Seit August 2009 sind die Protonenpumpenhemmer Omeprazol und Pantoprazol in der Selbstmedikation zur Behandlung von Sodbrennen und saurem Aufstoßen zugelassen.
Beide Arzneimittel sind rezeptfrei in der Stärke 20 mg mit 7 oder 14 Tabletten erhältlich. Ihre Anwenung ist auf 14 Tage beschränkt. Die Wirkung setzt erst nach 1-2 Tagen ein, dafür hält sie auch länger vor.
In der Schwangerschaft sind sie kontraindiziert.
Bei beiden Wirkstoffen sind einige Wechselwirkungen zu beachten. z. B. mit Antikoagulantien und Ketoconazol.. Bei Omeprazol sind Wechselwirkungen mit Johanniskrautpräparaten und anderen Antidepressiva, Diazepam, Digoxin und einigen Antibiotika möglich. Bei längerer Anwendung kann die Resorption von Vitamin B12 vermindert sein.
Vor der Behandlung sollte stets ein Arzt oder Apotheker zu Rate gezogen werden.
© 2004, Brigitte Paschen
Geändert im Oktober 2009.
