Sommer, Sonne, Sonnenschutz

Positive Wirkungen der Sonnenstrahlung

Ein Sonnenbad wirkt entspannend, erholsam und anregend, wenn es in Maßen genossen wird.

Die Sonnenstrahlen können bei bestimmten Krankheiten wie Ekzemen, Schuppenflechte und Erkrankungen der Talgdrüsen heilend wirken.

Für die Vitamin-D-Synthese und damit für den Knochenaufbau ist der UVB-Anteil der Sonnenstrahlung wesentlich, Lichtmangel kann zu Depressionen führen.

Vor allem liefert die Sonnenstrahlung die gewünschte Bräune, die allgemein mit Gesundheit, Schönheit und Sportlichkeit gleichgesetzt wird. Für Menschen in unseren Breitengraden ist jedoch eine Bräunung nur schwer zu erreichen und kaum dauerhaft zu erhalten. Für intensive Sonnenbäder ist ein ausreichender Sonnenschutz erforderlich, um Folgeschäden vorzubeugen.

Wann sollten Sie mit ausgedehnten Sonnenbädern grundsätzlich vorsichtig sein?

Bei chronischen Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Herz- und Kreislauferkrankungen, Krebs und Arteriosklerose, nach schweren Mahlzeiten oder reichlichem Alkoholgenuss, bei der Einnahme von Medikamenten, die die Haut gegen Sonnenstrahlung sensibilisieren können, sowie bei Übermüdung und großen Wasserverlusten sollten Sie ausgedehnte Sonnenbäder meiden.

Die verschiedenen Wellenbereiche des Lichtes

Die Ultraviolett-B-Strahlung (UVB) mit der Wellenlänge von 280 bis 315 nm dringt bis in die Basalzellschicht ein, in der Melanin gebildet wird und von der die Zellerneuerung ausgeht.

Die UVA-Strahlung (UVA) mit der Wellenlänge von 315 bis 400 nm dringt bis ins Bindegewebe vor. Das sichtbare Licht mit einer Wellenlänge von 400 bis 780 nm verursacht kaum Hautschäden.

Die Infrarot-Strahlung (IR) mit der Wellenlänge von 780 bis 5000 nm dringt am tiefsten in die Haut ein. Die Blutgefäße werden durch Abgabe von Wärmeenergie erweitert, die Körpertemperatur kann erhöht werden.

Mögliche gesundheitsschädliche Wirkungen der Sonnenstrahlen

Die häufigste unerwünschte Wirkung der Sonnenstrahlung äußert sich in Rötung, Schwellung und Schmerz, dem sogenannten Sonnenbrand, der durch UVB-Strahlung hervorgerufen wird. Die Hautschäden reichen von einer leichten Rötung bis zu Blasenbildung und späterer Schuppung. Das Exanthem zeigt sich erst 2 bis 5 h nach dem Sonnenbad.

Karzinome der Haut gehören mit zu den häufigsten Karzinomen weltweit. Chronische Lichteinwirkung fördert Hautkrebs. An der lichtbedingten Tumorbildung ist die UV-Strahlung bei etwa 300 nm und, weniger ausgeprägt, bei 380 bis 390 nm beteiligt. Es wird ein Schwellenwert von 25 000 bis 120 000 Sonnenstunden angenommen.

Basaliome und Plattenepithel-Karzinome entstehen fast ausschließlich durch chronische Lichteinwirkung, das besonders gefährliche maligne Melanom wird durch kurzfristig vermehrte Strahlenbelastung, besonders in der Kindheit, begünstigt.

Sonnenstich: Bei lang andauernder, direkter Sonneneinstrahlung auf den unbedeckten und eventuell unbehaarten Kopf kann es zu Schwindel, Kopfschmerzen, Ohrensausen und Gleichgewichtsstörungen kommen. Häufig steigt auch die Körpertemperatur. Auch diese Beschwerden treten erst nach einigen Stunden auf.

Immunsuppression: Hauptsächlich die UVB-Strahlen, aber auch die UVA-Strahlung wird für die Unterdrückung der Immunabwehr verantwortlich gemacht. Die für das Immunsystem in der Haut verantwortlichen Langerhans-Zellen werden durch UV-Strahlung in ihrer Funktion gestört, wodurch vermehrt Infektionen auftreten können und auch die Entstehung von Tumoren begünstigt wird.

Schäden an den Augen: Durch UV-Strahlung sind Linsen- und Netzhautschädigungen möglich.

Sonnenschutz
Welches Sonnenschutzmittel ist geeignet?


Die Wahl hängt von der individuellen Empfindlichkeit und von der Intensität der UV-Strahlung ab.

Die Haut schützt sich vor der Sonnenstrahlung durch die Bildung des Hautfarbstoffs Melanin. Dieser Vorgang dauert bis zu drei Wochen, bei täglich gesteigerter Bestrahlung kann die Gewöhnung an die Sonne optimiert werden. Sie kann bei empfindlichen Personen bis auf das 40-fache gesteigert werden.

Quelle: www.gesund.co.at

Entsprechend der genetischen Veranlagung werden vier Pigmentierungstypen unterschieden:

Typ I hat auffallend blasse Haut, viele Sommersprossen, rötliche Haare, bekommt immer Sonnenbrand, wird nicht braun, Eigenschutz in der Sonne 5 bis 10 min, Häufigkeit in
Europa 2%,

Typ II hat etwas dunklere Haut als Typ I, selten Sommersprossen, blonde bis braune Haare, meistens schweren Sonnenbrand, wird kaum braun, Eigenschutz 10 bis 20 min,
Häufigkeit 12%,

Typ III hat helle bis hellbraune Haut, keine Sommersprossen, dunkelblonde oder braune Haare, selten oder mäßigen Sonnenbrand, gute Bräunung, Eigenschutzzeit von 20 bis 30 min,
Häufigkeit 78%,

Typ IV hat braune Haut, keine Sommersprossen, dunkelbraune oder schwarze Haare, kaum Sonnenbrand, bräunt schnell und tief und hat einen Eigenschutz von 40 bis 45 min,
Häufigkeit 8%.

Wie sollte ein ideales Sonnenmittel beschaffen sein?

Ein gutes Sonnenschutzmittel sollte folgende Eigenschaften haben:

  • einen angemessenen Lichtschutzfaktor (LSF) bzw. Sonnenschutzfaktor (SSF)
  • den Hinweis auf einen UVA-Schutz und Wasserfestigkeit

Der Lichtschutzfaktor oder Sonnenschutzfaktor ist ein Maß für den UVB-Schutz und gibt an, um wie viel länger man sich in der Sonne aufhalten kann, bis ein Sonnenbrand entsteht. So kann sich bei einer Person vom Typ I der Sonnenschutz bei einem LSF 20 auf maximal 200 min verlängern. Diese Zahlen sollen jedoch nicht für bare Münze genommen werden, da bei der Einstellung von Lichtschutzfaktoren von einer hohen Auftragsmenge ausgegangen wird, die normalerweise nicht erreicht wird. Außerdem werden häufig einige Hautbereiche vergessen, so dass diese besonders gefährdet sind. Um diesen Schutz nur annähernd zu erreichen, müsste das Sonnenschutzmittel mehrmals und sehr sorgfältig aufgetragen werden.

Ein Lichtschutzfaktor über 30 ist nicht reproduzierbar und verleitet zu leichtsinnigem Umgang mit der Sonne. Sinnvoll ist ein sehr hoher Lichtschutzfaktor jedoch bei Mallorca-Akne, Lichtdermatosen und Pigmentstörungen.

Bei den Lichtfiltern wird zwischen chemischen und physikalischen Filtern unterschieden. Chemische Filter aus organischen Verbindungen können die Sensibilität gegenüber UV-Strahlung verstärken und führen nicht selten zu Hautirritationen bzw. zu Sonnenallergien. Noch häufiger werden Überempfindlichkeiten jedoch durch weitere Zusätze wie Parfum, Konservierungsstoffe, Antioxidantien und Emulgatoren verursacht. Den weit verbreiteten chemischen UV-Filtern Menthylbenzylidene Camphor, Benzophenone-3, Homosalate, Octyl Dimethyl PABA und Octyl Methoxycinnamate wird östrogene Wirkung nachgesagt, die Substanzen ließen sich in der Muttermilch nachweisen. Chemische UVB-Filter sind stets 30 min vor dem Sonnenbad aufzutragen.

Zu den physikalischen Filtern gehören vor allem Zinkoxid und Titandioxid. Sie haben ein breites Wirkungsspektrum, wirken sofort und rufen keine Allergien hervor. Nachteilig sind die starke Weißfärbung des Sonnenschutzmittels und die schlechte Einarbeitungsmöglichkeit in die Grundlage.

Es gibt noch keine allgemein anerkannte Methode zur Standardisierung des UVA-Schutzes. Um die Schutzwirkung zu beurteilen, wird die Bräunung gemessen, die nach der Bestrahlung mit künstlichen UVA-Strahlen eintritt. Häufig wird der Australische Standard angewendet. Ein UVA-Schutz gilt hier als anerkannt, wenn das Sonnenschutzmittel maximal 10 % der UVA-Strahlen im Bereich von 320 bis 360 nm durchlässt.

Der Schutz vor UV-Strahlen ist erforderlich, weil sie für Hautschäden wie bestimmte Krebsformen, Bildung von Radikalen, Immunsuppression und Lichtdermatosen mit verantwortlich sind.

Wasserfestigkeit: Bis zu einem Meter unter Wasser beträgt die UV-Intensität noch 70 %. Wasserabweisende Produkte enthalten vorwiegend fette Grundlagen, die an der Hornschicht gut haften. Es gibt bisher noch kein anerkanntes Prüfverfahren für die Bewertung. Einen hundertprozentigen Schutz gibt es nicht. Auch diese Produkte müssen nach jedem Aufenthalt im Wasser erneut aufgetragen werden.

Wie sind Säuglinge und Kleinkinder am besten zu schützen?

Bei Säuglingen und Kleinkindern sollte man mit UV-Filtern sehr vorsichtig sein. Die Kinder sind vor allem durch einen Sonnenhut und entsprechende Kleidung zu schützen. Wenn überhaupt, sind physikalische Lichtfilter anzuwenden.

Grundsätzlich gilt:

Nicht mehr als fünfzig intensive Sonnenbäder im Jahr wahrnehmen, Sonnenbrand vermeiden, in der Mittagshitze die Sonne meiden, durch Kleidung und Kopfbedeckung vor der Sonne schützen, das Sonnenschutzmittel mehrmals auftragen, den Wasser- und UVA-Schutz nicht vergessen, den Lichtschutzfaktor nicht voll ausnutzen, bei sehr empfindlicher Haut durch steigende Dosen künstlicher Bestrahlung an die Sonne gewöhnen, beim Kauf von Sonnenschutzmitteln auf Zusätze wie Parfum, Konservierungsmittel, Emulgatoren und chemische Sonnenfilter verzichten, bei Neigung zu Mallorca-Akne fettfreie Zubereitungen (Gele) verwenden.

Die Sonnenbrille nicht vergessen.

Wenn Sie diese Vorsichtsmaßnahmen beachten, wird Ihre Haut es Ihnen danken.

© 2004, Brigitte Paschen


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